Bogenzubehör - Know How

Button (in unserem Shop)

Der Button ist ein gefederter seitlicher Anlagepunkt. Dadurch verlässt der Pfeil den Bogen schwingungsärmer, da die Feder das „harte“ Verlassen der Pfeilauflage abdämpft.

Umso teurer der Button ist, umso mehr Einstellmoglichkeiten hat man bei der Federhärte. Mit veränderbarer Federhärte lässt sich auch ein Stück weit, die Biegung des Pfeiles beim Abschuß einstellen (Siehe auch unter Spine bei Pfeil Know How).


Klicker (in unserem Shop)

Der Klicker ist ein Streifen Metallblech, der in das Recurvebogenfenster geschraubt wird und 2 Aufgaben erfüllt:

  1. Auszugskontrolle:
    Der Pfeil wird hinter das Blech gelegt. Wenn man nun an der Sehne zieht, bleibt der Pfeil solange hinter dem Blech, bis das Ende des Pfeils erreicht ist. Danach schnappt der Klicker gegen das Mittelteil und das entstehende klickende Geräusch signalisiert dem Schützen, dass er seinen vollen Auszug erreicht hat. So lässt der Schütze immer bei einer konstanten Auszugslänge (nämlich die Länge seines Pfeils) die Sehne los, was zu einer konstanten Pfeilgeschwindigkeit führt.

  2. Der unbewußte Schuß:
    Durch den Klicker wird man konditioniert in einem bestimmten Moment (der Moment, in dem der Schütze das Klicken hört) die Sehne loszulassen. Besonders bei Goldfieber kann der Klicker das geeignete Instrument sein, um dagegen vorzugehen, da der Schütze gezwungen ist, so weit zu ziehen bis er das Klicken hört und nicht schon loszulassen, wenn er das Gold im Visier sieht.

Der Klicker im Einsatz. Die Spitze ist fast durch, das Klicken steht kurz bevor.


Peep Sight

Das Peep Sight ist vergleichbar mit der Kimme beim Gewehr. Es handelt sich um ein kleines Plastikteil mit Loch, welches in die Compoundsehne montiert wird und durch die der Schütze auf sein Visier schaut. Wenn das Loch im Peep mit Visier und Ziel übereinstimmt, kann der Schütze sein Release bedienen.

Das Peep zu montieren ist nicht so einfach, da die Sehne dafür locker sein muß. Manche Bögen lassen sich durch herausdrehen der Wurfarme so weit entspannen, dass man das Peep einsetzen kann. Für alle anderen braucht man eine Bogenpresse, die relativ teuer ist. Da ist es für den Einsteiger am besten den Fachhändler seines Vertrauens aufzusuchen... 

Wer es geschafft hat, muß das Peep, nachdem die korrekte Höhe eingestellt, wurde auf jeden Fall mit Wickelgarn fixieren, sonst kann es sein, dass es sich beim Abschuß löst, nach vorne fliegt, gegen das Mittelteil prallt und zurück an den Kopf fliegt (soll schon vorgekommen sein  - allerdings nicht bei uns!).

Bogenpresse

Wer es geschafft hat, muß das Peep, nachdem die korrekte Höhe eingestellt, wurde auf jeden Fall mit Wickelgarn fixieren, sonst kann es sein, dass es sich beim Abschuß löst, nach vorne fliegt, gegen das Mittelteil prallt und zurück an den Kopf fliegt (soll schon vorgekommen sein  - allerdings nicht bei uns!). 

http://www.fletcherarchery.com/howto_servepeep.pdf 

Umso kleiner das Loch ist, umso präziser ist es natürlich, aber umso weniger Licht kommt durch. Man würde also für 3D und Jagd ein entsprechend größeres Loch wählen, da diese meistens in dunklen Wäldern stattfinden, ein kleineres hingegen für das Scheibenschießen. Es gibt auch ein paar Anbieter, die Peeps mit austauschbaren Lochinserts anbieten. Eine gute Alternative, wenn man unterschiedliche Disziplinen schießen will.

Sehnen

Häufig kommen Schützen zu uns in den Laden, die keine Vorstellung darüber haben, wie wichtig perfektes Sehnenmaterial für ein gutes Schießergebnis ist. Dabei ist ein hochwertiger Bogen mit einer schlechten Sehne genauso viel wert, wie ein Formel 1 Auto mit Holzräder. Aus diesem Grund wende ich mich hier mal Sehnen Knowhow zu.

Das sollte man über Sehnen wissen:

 

  1. Je leichter die Sehne ist, umso schneller ist sie, was für das Schießen auf unbekannte Entfernungen Schätzfehler ausgleichen kann. D.h., dass dicke Sehnen, übermäßiger Gebrauch von Sehnenwachs, Messingnockpunkte, Sehnengeräuschdämpfer, Metallloops, usw. die Sehne unnötig abbremsen. Ich wickle meine Nockpunkte mit dünnen Faden, wachse meine Sehne nie (tausche sie aus, wenn sie brüchig wird) und habe keine Geräuschdämpfer. Allerdings ist eine solche Sehne auch fehleranfälliger.

  2. Es gibt Sehnenmaterial, das sich fast nicht mehr streckt und Material, das sich bei jedem Schuß dehnt. Im Prinzip kann man drei unterschiedliche Materialien unterscheiden:


    Dacron:

    Dehnt sich bei jedem Schuß und ist deswegen für alte Jagdrecurves und Longbows gut, die das abrupte Abstoppen der Sehne nicht verkraften (Im Fachjargon „Stress“ genannt; kann man sich vorstellen wie Bungeejumping mit Stahlseil). Dacron ist deshalb aber mit Abstand das langsamste Sehnenmaterial.


    Dyneema/Spectra:

    Dyneema ist das schnellste Material auf dem Markt. Leider neigt es zum „Kriechen“ (neudeutsch „creep“). Das bedeutet, dass sich das Material durch die Benutzung nach und nach längt. Schützen, die dieses Garn verwenden, müssen dementsprechend ihre Standhöhe häufiger kontrollieren und ggf. die Sehne eindrehen, um konstante Bogenperformance zu erhalten. Gängig für alle moderne Bögen.


    Vectran:

    Vectran ist etwas langsamer als Dyneema/Spectra, hat aber den großen Vorteil, dass es nahezu keinen Creep hat. Vectran wird gerne bei Compounds eingesetzt, da das Peep nicht ständig durch das Längen der Sehne rotiert. Auch bei den Sportrecurves finden sich Schützen, die Vectran bevorzugen.


    Viele Sehnen, abgesehen von Dacron, sind oft Mischungen aus Dyneema und Vectran, um die Vorteile von beiden Garnen nutzen zu können. Wenn man bedenkt, dass unterschiedliche Olympiasieger und Weltmeister mit unterschiedlichen Sehnenmaterialien zum Erfolg kamen, kann man davon ausgehen, dass der Glaube an das richtige Material mehr Berge versetzt, als das Material wirklich leistet.

  3. Es gibt auf dem Markt unterschiedlich dickes Sehnen- und Wickelgarn.

    Ich bekomme hin und wieder Bögen in die Werkstatt, bei denen die Mittelwicklung mit Kleber oder mit Nähzwirn, falls der Nock zu leicht einnockt, aufgestockt wird, aber auch mit Mittelwicklungen, die für den Nock viel zu dick sind. Dabei lassen sich mit einem dünneren oder dickeren Wickelgarn meist alle Probleme lösen, ohne das man den Nock wechseln muß. Meistens ist die Dicke auf der Garnrolle in tausendstel Zoll angeben. Das fängt bei 0.014“ an und geht bis 0,026“.

  4. Die meisten Sehnen, die bei neuen Bögen im Lieferumfang dabei sind, darf man getrost dem Mülleimer überantworten.

    Viele Hersteller (vor allen Großindustrielle) neigen dazu Sicherheit über Schiessbarkeit zu stellen. Aus diesem Grund werden viele Bögen (dies trifft hauptsächlich auf Compoundbögen und billige Jagdrecurves zu) mit Schiffstaue statt mit Sehnen ausgeliefert, weil Schiffstaue haltbarer sind als Sehnen. Also wenn du einen guten Händler deines Vertrauen hast oder einen patenten Vereinskollegen, dann laß dir eine gute Sehne wickeln (Die Sehne sollte dem Händler nicht angelastet werden, da er nichts dafür kann!!). Prinzipiell ist es aber am besten, man erlernt es selber.

  5. Nicht jedes Wickelgarn harmoniert mit jedem Sehnengarn

    Es gibt Garne, die sind extrem rutschig. Wenn man nun ein rutschiges Sehnengarn und ein rutschiges Wickelgarn miteinander verwendet, zieht sich die Wicklung auseinander und der Nockpunkt fängt an zu wandern.

Bestandteile eines Stabilisationsystems:

1 Monostabilisator

2 Seitenstabi

3 Spinne

4 Gummiteil

5 Stahlgewicht

 

Wie funktioniert so ein Stabilisatorensystem:

Umso länger der Monostabi ist, umso ruhiger steht der Bogen. Dieser funktioniert praktisch wie eine Balancierstange eines Seiltänzers. Da der Schwerpunkt durch den Monostabi sehr weit vorne liegt und der Bogen nach unten gezogen würde, hat man zum Ausgleich die Seitenstabilisatoren. Das gegenläufige Anbringen bringt den Schwerpunkt wieder in Richtung Bogen zurück.

Am Ende des Monostabis empfiehlt es sich ein Gewicht anzubringen. Durch das Gewicht am Ende des „Monostabi-Hebels“ steht der Bogen noch besser ohne hin und her zu wackeln. Das Gummiteil zwischen Gewicht und Monostabi unterstützt dies noch und hat außerdem den Sinn Vibrationen nach dem Abschuß zu Dämpfen. Nach dem Abschuß wird die Restenergie, die im Bogen bleibt, durch Vibrationen abgebaut, die für den Schützen unangenehm sein können (z.B. Schulterschmerzen).

Um das beste (schwingungsärmste) Stabisystem für sich zu finden, empfiehlt sich, dies zu testen (in unserer Bogenhalle kein Problem). Wer nicht die Möglichkeit hat, sollte den Monostabi nach Körperlänge nehmen:

 

Bis 170 cm: 26 oder 28“ Monostabi

Von 170 bis 180 cm: 28 bis 30“ Monostabi

Ab 180 cm: 30“ und mehr

 

Dies ist lediglich eine Empfehlung. Wie ich eingangs schon sagte, ist ein längerer Stabi immer besser. Die teuren Modelle arbeiten normalerweise in der Vibrationsabsorbtion besser, aber auch ein billiger Stabi ist immer besser als keiner.

 

Für Jagd- und 3D Schützen gibt es auch kurze Jagdstabis. Da man sagt, dass man im Wald weniger Platz für ausschweifende Stabisysteme hat, wurden diese für den Wald eingeführt. Sie sind maximal 12 Zoll (30,5cm) lang und dämpfen weniger. Auch bei den Jagdstabis fährt man besser, wenn man den Längeren nimmt.


Visier

Scheibenvisier:

Für ein gutes Scheibenvisier kann man sehr viel Geld ausgeben. Doch wo liegen die Unterschiede zum billigen?

 

  1. Haltbarkeit: Durch die Verwendung hochwertiger Materialien (Alu u. Carbon) und deren sauberen Verarbeitung sind teure Visiere meist nicht so anfällig für Verschleiß. Der Verschleiß entsteht meistens durch die Vibrationen, so dass nicht passgenaue Teile leichter ausschlagen. Außerdem wird das Visier alleine schon durch das hin und her justieren beansprucht. Billige Gewindestangen, z.B., verlieren so mit der Zeit ihr Gewinde. Ein Klassiker ist auch, dass unterdimensionierte Ausleger (das ist die Stange, die den Bogen mit dem Visier verbindet) durch Vibrationen einfach abbricht.

  2. Verstellbarkeit: Ein gutes Visier lässt sich mikrometrisch verstellen. Dies bedeutet, dass man ein vertikale und horizontale Gewindestange hat, die man durch hin und her drehen feinstmöglichst einstellen kann. Billige Visiere kann man nur sehr ungenau durch direktes Verschieben einstellen.

Recurve Scheibenvisiere unterscheiden sich übrigens in drei Dingen voneinander, die man beim Kauf berücksichtigen sollte:

 

  1. Recurvevisiere haben längere Ausleger als Compoundvisiere. Da der Recurve langsamer ist als der Compound, benötigt er auch einen breiteren Visierbereich um alle Entfernungen abdecken zu können. Dies wird auch dadurch erreicht, dass der Abstand des Visiers zum Mittelteil relativ weit eingestellt wird. Beim Compound funktioniert dies nicht so gut, da dieser viel mehr Vibrationen aufweißt als ein Recurve und diese durch einen langen Ausleger noch verstärkt würden.

  2. Nachdem die Vibrationen beim Recurve geringer sind, werden oftmals Aussparungen in den Ausleger gefräst, um dieses leichter zu machen. Wenn man als Compoundschütze nicht riskieren will, dass der Ausleger bricht, sollte man immer die Vollversion nehmen.

  3. Die Aufnahme für die Korntunnel –oder Scopegewindestange beträgt beim Recurvevisier 8-32 beim Compoundvisier 10-32. Die Gewindestange muß beim Compoundvisier stärker sein, dass diese durch das schwere Scope und den Vibrationen nicht bricht.

Compoundvisier Recurvevisier

Recurvevisier werden meistens mit einem Korntunnel ausgeliefert, bei einem ompoundvisier muß man sich jedoch ein Scope dazukaufen.

Jagdvisier:

Im Gegensatz zu den Scheibenvisieren, wo man einen einzigen Visierpunkt hat und diesen je nach Entfernung hoch und runter stellt, verfügt ein Jagdvisier über mehrere Visierpunkte, die man sich üblicherweise auf 20, 30, 40, 50 und 60 Meter einstellt. So spart man sich bei der Jagd langwieriges Einstellen und kann sofort mit dem Schießen beginnen.

Diese Art des Visiers wird auch beim 3 D Schießen gerne verwendet. Allerdings sollte man für 3D darauf achten, dass die Leuchtfaser im Visierpin nicht zu groß ist (am besten weniger als .019“). Umso größer die Leuchtfaser zwar ist, umso heller ist sie – was für die Jagd im dunklen Wald vorteilhaft ist, für das präzise Schießen auf Turnieren ist ein großer Leuchtpin zu unpräzise, alleine schon durch die helle Korona, die das Ziel verdeckt.


Zubehör:

1. Korntunnel

Wird meist bei Recurvevisieren zum Zielen verwendet. In dem Korntunnel befindet sich üblicherweise noch ein Fadenkreuz oder eine Leuchtfaser, um noch genauer zielen zu können. Die Gewindestange hat üblicherweise eine Stärke von 8-32

2. Scope

Wird ausschließlich bei Compounds verwendet. Funktioniert im Prinzip wie der Korntunnel, allerdings gibt es für Scopes Linsen, die das Ziel vergrößern. Die Linsen gibt es in unterschiedlichen Vergrößerungen, wobei das Zielbild immer dunkler wird, umso stärker man die Vergrößerung wählt. Vergrößerungslinsen schlucken einfach Licht (kann man wunderbar mit einem Fernglas ohne Restlichtverstärker) in der Dämmerung ausprobieren). Je nach Einsatz würde man dementsprechend Feld und 3 D, welches oftmals in dunklen Wäldern stattfindet, eine 2 bis 3 fache Vergrößerung wählen. Beim Scheibenschießen, ob in der Halle oder draußen, wo es normalerweise hell ist, würde man eine Vergrößerung ab 4 fach aufwärts nehmen.