TVR-Volleyballer starten zielsicher ins neue Jahr

3.01.2008

Rottenburger Teamtraining mal ganz anders: Der Zweitliga-Tabellenführer spannt zur Abwechslung den Bogen

KIRCHENTELLINSFURT (dem). Auch abseits des Volleyballfelds hat Zweitliga-Tabellenführer TV Rottenburg den Bogen raus: Mit Bogenschießen in Kirchentellinsfurt hat sich Rottenburg auf das Heimspiel gegen den MTV München am Samstag (20 Uhr) eingestimmt & durchaus zielsicher.

Gutes Auge und ruhige Hand kann auch beim Volleyball nicht schaden: Rottenburgs Libero Willy Belizer beim Bogenschießen in Kirchentellinsfurt, wo sich der Zweitliga-Tabellenführer mal ganz anders als sonst vorbereitet hat. Im Hintergrund Matthias Pompe, vorne Bogen-Weltmeister Uwe Sauerbrei. Bild: Ulmer

Max Lake legt an, zielt, hält die Spannung, lässt den Pfeil losschnellen  und trifft mitten ins gelbe Zentrum der Scheibe. "Die machen das überraschend gut", sagt Uwe Sauerbrei von der Bogenwelt in Kirchentellinsfurt, wo sich die Rottenburger Volleyballer gestern auf den Rest der Saison eingeschossen haben.

Sauerbrei sieht gleich, wer Talent hat fürs Bogenschießen. Schließlich ist er wie auch Engelbert Tschernitsch, der Chef der Anlage Bogenwelt, Feldbogen-Weltmeister. Normalerweise legen in Kirchentellinsfurt Firmenbelegschaften oder andere Gruppen an, die Rottenburger sind die ersten Leistungssportler, die den Bogen spannten.

Bei den Rottenburgern, die in diesem Jahr bekanntlich die Rückkehr in die Erste Bundesliga schaffen wollen und mit 24:2 Punkten auch an der Tabellenspitze stehen, ging es selbstverständlich auch spaßig zu. Doch der Auftritt in Kirchentellinsfurt war nicht nur als Jux zur Förderung der Teambildung gedacht, sondern soll die Volleyballer auf dem Weg nach oben weiterbringen.

Hartmut Gabler, emeritierter Professor für Sportpsychologie und Berater des TV Rottenburg (siehe untenstehenden Kasten), vergleicht die Anforderungen beim Zielen auf die Scheibe mit denen, die der Volleyballer beim Aufschlag zu bewältigen hat: "Beim Bogen schießen kann ich üben, mich ganz auf das Ziel zu konzentrieren, alles um mich herum auszublenden, die Atmung genau abzustimmen und trotz allem locker bleiben." 

Alles ignorieren, was um einen herum passiert, das nennen die Bogenschützen fokussieren. Wer wie die Volleyballer vom TVR gewöhnt ist, vor großer Kulisse zu spielen, kann da gut mithalten: Egal, wie die Mannschaftskollegen frotzeln, die meisten der Zweitligaspieler treffen die Scheibe ordentlich bis gut wenn nicht gar ganz in der Mitte.

"Da merkt man schon, dass das Leistungssportler sind", sagt Engelbert Tschernitsch von der Kirchentellinsfurter Bogenwelt, "die haben ein sehr gutes Körpergefühl, das hilft beim Bogenschießen ungemein." Er selbst will sich bald mal die Rottenburger in der Zweiten Bundesliga anschauen nur am Samstag kann er nicht zum Heimspiel gegen den MTV München kommen. Denn da ist er in seiner Bogenwelt Gastgeber einer Geburtstagsgesellschaft.

Die Volleyballer haben gleich gestern nach dem zweistündigen Schießen in Kirchentellinsfurt mit den Trainern und Sportpsychologe Gabler die ungewöhnliche Trainingseinheit genau analysiert. München soll am Samstag zu spüren bekommen, wie zielsicher die Rottenburger auch im neuen Jahr auf die Rückkehr in die Erste Bundesliga hinarbeiten.